2008/11/03

2008.11.03: Tag 11 - Von Barstow nach West Covina (kurz vor L.A.)

Zu Beginn der Tagestour fahren wir gleich mal wieder einige Meilen zurueck gegen Osten nach Daggett, wo wir gestern wegen der Dunkelheit nichts mehr fotografieren konnten.
Im Desert Market wird doch Orangensaft gekauft, mit den Geschaeftsleuten geredet und dann wieder in Richtung Westen auf der R-66 nach Barstow gefahren und die Mainstreet abfotografiert (Wandmalereien und alte Autos). Die R-66 fuehrt nach der Stadt wieder in die Moave Wueste. Bald darauf sehen wir viel Gruen, und eine Menge Kuehe. Da muessen wir stoppen. Wir fahren zu einer Rinderfarm, und schauen wie es da so zugeht. Einige Meilen weiter in Helendale sehen wir gleich neben der R-66 die Bottle-Tree-Farm. Der Pensionist Richard arbeitet seit 8 Jahren an der Gestaltung der eigenwilligen Kunststätte. Auf Baeumen aehnlichen Eisenstangen werden alte Glasflaschen befestigt, und auf die Spitze kommt jeweils ein alter Gegenstand wie eine Schreibmaschine, Pistolen, Autokennzeichen und viele Dinge mehr.
Weiter geht die Fahrt nach Victorville, hier machen wir einen Abstecher zum South California Logistic Center. Ein Frachtflughafen mit einigen Aviatic-Firmen die Flugzeuge umbauen und warten. Ich kann da einige gute Bilder machen, aber an das gegenueberliegende Gelaende kommen wir leider nicht hin, dort stehen mindestens 100 oder mehr Jets, aehnlich wie in Tucson/Arizona. Ausserdem gibt es in Victorville noch ein schoenes R-66 Museum, wahrscheinlich das letzte Museum dieser Art auf unserer Tour. Der Magen knurrt, und ein Pizza Hut kommt uns gerade zurecht, es muss ja nicht jeden Tag ein Burger oder Chinese sein. Zunehmend wird die Wueste weniger und das besiedelte Land mehr. Bald darauf fuehrt die Stecke in die Berge von San Bernardino. Auf der anderen Seite der Berge empfangen uns dicke Wolken, die in den Gipfeln haengen bleiben. Steil geht es bergab, teilweise auf der I-15, dann wieder auf der R-66. Durch San Bernardino geht es nur mehr langsam vorwaerts, die Rush Hour setzt bereits ein. In San Bernardio wendet sich die R-66 wieder nach Westen in Richtung Pasadena. Ab hier geht es eine gute Stunde nur im Stopp and Go dahin. So macht das Autofahren keinen Spass, aber es geht nicht anders.
Einige Sehenswuerdigkeiten wie das Wigwam-Hotel und dem einzigen McDonalds in den USA ohne dem grossen "M" vor dem Gebauede, sondern nur ein solches an der Wand. Es wird rapide dunkel, also sind wir gezwungen ein Motel zu suchen. Unsere Suche verlaueft vorerst negativ. Weit und breit kein Motel. Also bei der naechsten Gelegenheit auf die I-10 hinauf, und mit Full-Speed dahingefahren. Normalerweise werden die Motels auf den Interstates-Ausfahrten angekuendigt, hier aber nicht. Zufaellig sehe ich ein Best Western-Logo neben der Interstate, fahre bei der naechsten Ausfahrt hinaus, und finde gluecklicherweise zum Motel. Dort werden wir sehr freundlich empfangen, bekommen von dem deutsch-spanisch abstaemmigen Receptionisten einen Supersonderpreis für den Room, und er dafuer 2 Mozartkugeln, weil er sich als Oesterreich-Fan outet. Da brauchen wir nicht mehr laenger auf Motelsuche zu gehen. Damit haben wir zwar unser geplantes Tagesziel nicht erreicht, es macht aber auch keinen Sinn in der Nacht durch L.A. zu fahren und das Ende der R-66 nicht im Tageslicht zu erleben.



Der Desert-Market in Daggett.

Wieder auf der R-66 in Richtung Barstow.


McDonals ist hier in der Eisenbahn untergebracht.


Wandmalerei in Barstow, viele schafften die Tour bis L.A. nicht mehr und wurden hier ansaessig.



Zeugen aus alten Zeiten sieht man auch hier an allen Ecken und Enden.



Ploetzlich ungewohntes Gruen in der Moave-Wueste. Mit Wasser geht einfach alles.



Das Gruen ist wahrscheinlich fuer die Ranch bestimmt.


Sensationell ist die Glas-Baum-Ranch des Pensionisten Richard.


Hier der urige Kuenstler.


Im Spiegel seiner Mutter aus dem Jahre 1932 koennen wir uns selber fotografieren.


Da schlaegt das Fliegerherz wieder hoeher, am Logistic-Airport in Victorville.



Hier werden Jets umgebaut und lackiert.


Toll auch das R-66 Museum in Victorville.
Bedrohliche Wolkenstimmung in den Bergen von San Bernardino.


Die duerfte wohl der letzte Indianer auf dem Weg nach Westen gewesen sein. Er steht am Eingang zum Wigwam-Motel in San Bernardino.


Ein echt luftgekuehlter Kaefer in Kalifornien.



Der Tag vor den Wahlen in USA. Letzter Wahlkampfeinsatz.


An jeder Ecke wird geworben. Wir sind gespannt wie das am 4.November ausgeht.


Der einzige McDonalds ohne dem riesigen "M" an der Strasse.


Dafuer ist die Einrichtung ganz auf die R-66 abgestimmt.


Die schnell hereinbrechende Nacht zwingt uns zur vorzeitigen Motelsuche.
Zum Glueck finden wir ein Best Western zum Sondertarif. So koennen wir morgen gut erholt die letzte Etappe in Angriff nehmen. L.A. - wir kommen!

2008/11/02

2008-11-02: Tag 10 - Von Kingman/AZ nach Barstow in Kalifornien

Der 10. Reisetag beginnt mit einem Flughafenbesuch in Kingman. Nach den vielen Zuegen müssen wieder ein paar Flieger her. Es gibt hier keine DC-3, aber dafuer einen alte DC-4 und einige andere seltenen Dinger, teils abgestellt um bessere Zeiten abzuwarten, oder um als Ersatzteilspender zu dienen.
Ab dem Airport geht es wieder auf der R-66 westwärts und alles Sehenswerte in Kingman (dem King der R-66) wird dokumentiert. Kaum verlassen wir die Stadt, windet sich die R-66 gemeinsam mit der Eisenbahn durch die schmale Schlucht des Perfume Canyons um sich dann in einer endlosen Sandwüste zu verlieren. Am Ende nach vielen Meilen wachsen die Black Mountains bedrohlich in den Himmel. Ueber diese geht es in steilen Serpentinen hinauf, und auf der anderen Seite ebenso hinunter. Dabei passieren wir die alte Goldgraeberstadt Oatman (erster Goldfund 1906, 1942 war alles wieder vorbei). Aber das Staedtchen ist jetzt eine touristische Attraktion. Die alten Bars und Saloons stehen noch, die Gehsteige sind aus Holz und mittags gibt es ein Duell zwischen dem Sheriff und einem Goldraueber. Weiter geht es bergab dem Colorado-River zu, und wir passieren bei Golden Shores die Grenze zu Kalifornien. In Needles ist es Zeit für eine Pause, der Mäci muss zur Not herhalten, aber das Vanilleeis zum Nachtisch ist dafür sehr gut.
Ab Needles begleiten uns die Palmen an der R-66. Das Mittagessen hat meine Navigatorin etwas müde werden lassen. Ich bekommen keine Anweisungen mehr und fahre nur mehr geradeaus. Als wir die Grenze zu Nevada passieren und gleich darauf bei einer Tankstelle halten, wird uns bewusst, dass die R-66 keinen Meter durch Nevada verläuft. Wir waren auf dem Weg nach Las Vegas (wäre auch nicht schlecht gewesen), also umdrehen und wieder 40 Kilometer zurück. Dann geht es fast drei Stunden auf endlosen Geraden durch Ministädte wie Goffs, Fenner, Essex, Chambless, Amboy, Ludlow, Newberry Spings und Dagget, wo es nirgends eine Übernachtungsmöglichkeit gibt, bis zum geplanten Tagesziel Barstow. Nach Sonnenuntergang und 480 Tageskilometer checken wir im Days Inn ein. Nach einem Einkauf im Supermarkt beenden wir den voraussichtlich vorletzten Reisetag auf unserer R-66 Tour. Bis Los Angeles sind es nur noch rund 200 Kilometer, dann sollte das Ende am Santa Monica Beach erreicht sein..




Diese Douglas DC-4 am Kingman-Airport ist leider nicht mehr flugfähig.

Achtung auf taxying Airkraft, die Flieger fahren da anscheinden auch ausserhalb des offiziellen Flughafens herum.

Am Bahnhof in Kingman steht diese riesige Lokomotive der Santa Fe Eisenbahngesellschaft.
Die Räder haben über 2 Meter Durchmesser.


Toll eingerichtet ist auch "Mr. D´z" Cafe gegenüber dem Bahnhof in Kingman/Az.


So hat es vor 80 Jahre ausgesehen, vollgepackt mit Kind und Kegel.



Ed´s Camp in den Black Mountains lockt keine Gäste mehr an.



Da hat der Fahrer wohl eine Serpentine übersehen.



Der heute noch schwer bewachte Eingang zur bereits geschlossenen Goldmine.


In der Goldgräberstadt Oatman ist das Gerümpel des Goldrausches die Sehenswürdigkeit von heute.


Und ohne Harley Davidson geht im Süden Amerikas sowie so nichts.


Jetzt reicht es dem Banditen, der Sheriff bekommt nur eine Ladung Blei statt des Goldes.



Aus Maus, Volltreffer!


Eine Zeugin des Geschehens (Bildmitte) verläßt fluchtartig den Tatort!



Und er hat bestimmt gar nix von dem Duell mitbekommen.



Kurz nach Oatman treffen wir ein Golden-Girl mit vier Silber-Girls beim Fotoshooting. Die haben wohl noch nie eine Österreicher gesehen.


Auf den Westhängen der Black Mountains stehen riesige Kakteenfelder.


Kaum sind wir in Kalifornien, gibt es auch schon die Palmen zu sehen.



In Needles wir erstmal Mittagspause gemacht.



Was einem da so über den Weg fährt ist einfach sensationell!

Auweia, da stimmt was nicht! Nevada und die R-66, das passt nicht zusammen, das kommt davon wenn die Navigatorin den Mittagsschlaf hält. Also nix wie zurück nach Kalifornien!


Und wieder so eine lange Gerade, wo man glaubt mit dem Fahrrad unterwegs zu sein, weil nix weitergeht, noch dazu bei einem Tempolimit von 55 Meilen.



Aber dafür kann man gemütlich die Landschaft betrachten.


So die Sonne ist hinter dem Horizont verschwunden, gleich sind wir am Tagesziel in Barstow angelangt. Noch 200 Kilometer bis zum Ende der R-66 am Santa Monica Beach in L.A.









2008/11/01

2008.11.01: Tag 09 - Von Flagstaff nach Kingman in Arizona

Die heutige Etappe führte uns von der Eisenbahner-Stadt nochmals kurz nach Osten um 2 alte Teilstücke der R-66 zu befahren. Dabei bekamen wir den Vulcano Krater zusehen, den wir eigentlich gestern besichtigen wollten. Danach ging es wieder auf der R-66 durch Flagstaff Down Town, wir kurvten etwas herum und besichtigten die schmucke Altstadt. Nach dem wir Flagstaff verlassen hatten, bekamen wir noch ein Uralt-Strassenstück der R-66 unter die Räder. Dies steigerte sich noch, als wir vor Williams einen echt staubigen Streckenabschnitt im Stile einer Rallyfahrt absolvierten, und dabei eine hunderte Meter lange Staubfahne aufwirbelten. Williams war wieder richtig urig, die Mittagspause verbrachten wir im weitum begkannten R-66 Cafe & Grill. Richtig gute Ribs und das hausgemachte Williams Brewery Bier (ein leichtes, aber sehr gutes Pils) waren Spitzenklasse. Der nächste Stopp war in Seligman (wir waren vor 6 Jahren schon mal da), da hat sich einiges geändert. Ein eigener Interstate-Anschluß bringt mehr Gäste und die Anzahl der Geschäfte und Lokale haben sich mindestens verdreifacht. Der nächste Halt war in Hackberry, aber dort war nach 5 Uhr schon alles dicht. Den Laden mit all den alten Dingen haben wir ebenfalls schon beim ersten Besuch ausgiebig fotografiert. Doch noch einige Bilder gemacht, und wir fahren weiter nach Kingman. Dort angekommen ist bereits die Nacht hereingebrochen. Im Days Inn fnden wir ein nettes Zimmer, Wirlpool und Pool ist auch verhanden, die Temperaturen sind um 20 Uhr noch so um die 25 Grad, wie daheim im Sommer. Da können wir im Freien baden und den Whirlpool geniessen. Das Internet funktioniert auch perfekt, und die Blogschreiberei ist in Recordzeit erledigt.




Der Vulcano-Krater in Flagstaff.

Die alte Eisenbrücke östlich von Flagstaff.


Die Riesenneongitarre weist auf den Museums Club in Flagstaff hin.


Hier der alte Cowboy-Club, er besteht seit über 70 Jahren.



Auch in Flagstaff Down Town gibt es schöne Wandmalereien, die werden hier von Sprayern verschont.



Eine alte Lokomotive der Southwestern Railroad ist auch zu sehen.



Death End auf einem Stück der R-66, mit einem aufgepackelten Fahrrad und Benzinkanister?
Erst beim genauen Hinsehen sieht man den kleinen Hilfsmotor.



Da ist das "Easy Rider" Poster mit Peter Fonda ein grasser Gegensatz dazu.



Gleich darauf besuchen wir einen Harley Davidson Dealer, da gehen uns die Augen über.
Vor allem bei den Preisen in US Dollars, wenn da Transport, Zoll und Typisierung nicht wäre.


Mitten auf dem Lande hat ein Farmer seinen Zaun mit jeder Menge Langlaufskiern gemacht, natürlich auch mit Fischer und Blizzard Latten.


Diese netten Leute restaurieren gerade einen alten Einkaufsladen an der R-66. Sie waren ganz überrascht, ihr Gebäude in unserem R-66 Buch zu finden. Wir bekamen von ihnen ein gerahmtes Foto, dass das Haus tief verschneit zeigt, geschenkt.


So sieht es im Spiegel aus wenn man auf der R-66 Dirty Road dahinbrettert.



In Williams muss man im R-66 Cafe & Bar einkehren. Tolle Einrichtung, super BBQ, frisches Bier aus der eigenen Brauerei und eine sehr freundliche Bedienung (die am Foto).



Die Bahnhofsuhr in William ist ein wahres Schmuckstück.


Dieses Stück R-66 wird als Souvenier mit nach Hause genommen.


Und wieder einmal ein Santa Fe Zug, der Lokführer drückte für uns auf alle seine Hupen!



Szenen in Seligmann: Die beiden haben wir schon vor 6 Jahren an der alten Karre herumschrauben sehen. Ob das noch mal was wird?



Die Läden und Bars in der Gründungsstadt der R-66 Foundation sind immer noch eine Augenweide. Seit dem Interstate-Anschluß blüht der Ort so richtig auf.

Taxi! Aber bitte mit dem Touch der guten alten Zeit.



Die Grand Canyon Carvens (Tropfsteinhöhlen mit Dino-Funden) haben leider schon geschlossen.



In Hackerberry war der Laden lauch schon zugesperrt.


Kurz vor der Ankunft in Kingman noch ein Blick nach Norden in Richtung Grand Canyon.
Los Angeles ist nicht mehr weit.